Sabine Bode – Journalistin und Buchautorin

Stille Themen

Schon immer haben  mich Themen gereizt, für die sich, als ich mit den Recherchen begann, angeblich "niemand interessierte" - so das häufigste Echo. Ich nannte sie "die stillen Themen". Still deshalb, weil die Menschen, deren Geschichten erzählt wurden, irgendwann, häufig viele Jahre zuvor,  verstummt waren - hatten sie damit doch überwiegend verständnislose Reaktionen geerntet. In meinen Büchern kommen sie zu Wort: Menschen mit Visionen, deren Mut machende Erfahrungen in einer guten Demenzpflege in der breiten Öffentlichkeit überhört werden. Trauernde Menschen, die von ihrem Umfeld gedrängt wurden, "endlich wieder fröhlich zu sein." Ältere Menschen, die sich nicht von ihrer Kriegskindheit erholt haben. Menschen, die, lange Zeit ohne es zu wissen, ein Erbe aus NS-Vergangenheit und Kriegszeit in sich trugen und als Nachkriegskinder und Kriegsenkel Licht in die Schatten ihrer Familie bringen. - Ich danke meinen Gesprächspartnern. Sie alle tragen dazu bei, dass die "stillen Themen" heute zunehmend als gesellschaftlich relevant anerkannt werden.

 



"Nicht zu wissen, was vor der eigenen Geburt geschehen ist, heisst immer ein Kind zu bleiben."

Cicero